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Damenhaube, 1949/50

Filz, Stroh gewalkt und gefärbt, appretiert und gepresst , genäht und garniert
Die Damenhaube fertigte Anneliese Kugelmann, Krumbach als Lehrstück. Die Ausbildung zur Modistin absolvierte Frau Kugelmann im Hutsalon Dill, Mindelheim von 1947 bis 1950. Danach war die junge Gesellin in der Mindelheimer Herrenhutfabrik Erwin Kreuzer tätig. Nach der Heirat führte sie schließlich gemeinsam mit ihrem Mann, ebenfalls Modist, einen Hutsalon in Krumbach (Schwaben). 2007 gab die Modistin das Geschäft aus Altersgründen und inzwischen Witwe, auf.
Zur Herstellung eines Hutes werden etwa 150 g Kaninchenhaare benötigt. Das entspricht ungefähr drei Kaninchenfellen. Die Haarmischung wir in der sogenannten Fachmaschine, die Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, auf einen perforierten Metallzlylinder gesaugt, der sich dreht. Dadurch entsteht ein dünner Rohstumpen, der anschließend unter Einfluss von Wärme und Feuchtigkeit gewalkt und so auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduziert wird. Schließlich wir der Stumpen gefärbt und appretiert, also mit Stärke besprüht, wodurch er seine Formfestigkeit erhält. Der Stumpen wird nun ausgestossen. Rand und Kopf werden vorgeformt. Seine endgültige Form erhät der Hut, indem er auf eine Form gezogen und gepreßt wird. Anschließend wird derr Hut auf verschiedene Art und Weise und mit den unterschiedlichsten Materialen garniert. Bei obiger Haube mit Strohapplikationen. Um einen feinen, weichen und trotzdem strapazierfähigen Hut herzustellen, sind im Ganzen etwa 70 Arbeitsgänge erforderlich. Die "Karriere" der Damenhüte begann im 18. Jahrhundert in Form einer Haube, die alle verheirateten Frauen trugen. Sie waren "unter die Haube gekommen" und sollte ihr schönes Haar bedecken, um anderen Männern nich den Kopf zu verdrehen. (Quelle: GDV Gemeinschaft deutscher Hutfachgeschäfte e.V.) Die Damenhaube ist eine Schenkung Frau Kugelmanns an den Heimatverein Krumbach, der die Haube wiederum im März 2014 als Dauerleihgabe an das Mittelschwäbische Heimatmuseum weiter reichte.
Inv. Nr. 003289